Woher ich komme und wer ich bin

Obwohl ich gerade räumliche Veränderungen liebe, habe ich meine Heimatstadt Köln nie ganz verlassen. Meine Basis war immer hier. Das ist sicherlich zwei Umständen geschuldet: Der eine ist, dass ich mich hier sehr wohl fühle, der andere, dass ich bereits 1985, im Alter von sieben Jahren, bei der Lindenstraße angefangen habe. Dieser Job, der mir sehr viel Freude bereitet, ist mir bis heute erhalten geblieben. Und da die Lindenstraße in Köln gedreht wird, lag es nicht sonderlich nahe, dauerhaft weiter weg zu ziehen. 

Nach dem Abitur habe ich 1999 zunächst meinen Zivildienst in der Altenpflege absolviert. Obwohl der Zivildienst ja nicht ganz freiwillig gestaltet war zu der Zeit, hatte ich große Freude daran. Sich um Menschen zu kümmern, die Hilfe brauchen, hat etwas zutiefst Befriedigendes, und als Zivildienstleistender hatte ich mit Überstunden und Personalmangel nur indirekt zu tun, auch wenn die Unterbesetzung in der Pflege bereits damals besorgniserregend war. Gleichzeitig konnte ich ein berufliches Umfeld kennenlernen, das sich von Schule und Schauspielerei deutlich unterschied. Es hat mich wirklich weitergebracht und manchmal denke ich, es wäre angebracht, das heutige freiwillige soziale Jahr obligatorisch für alle jungen Leute zu machen.

 

Im Anschluss ging es dann einmal rund um die Welt. Bevor ich ins sogenannte Erwachsenenleben einstieg, wollte ich möglichst viel sehen, Abenteuer erleben, spannende Menschen kennenlernen und mir ein Bild von unserer schönen Welt machen. Von dieser Erfahrung zehre ich noch heute.

Ich konnte einige Monate in Süd- und Mittelamerika verbringen. Hier war ich allein unterwegs, vor Ort aber natürlich mit den unterschiedlichsten tollen Reisegefährten. In Südamerika habe ich viel Zeit mit Wanderungen in den Anden und im Amazonasoberlauf verbracht. Im Anschluss ging es nach Afrika, wo ich mit meiner damaligen Liebe gemeinsam unterwegs war. Zusammen haben wir uns hauptsächlich in den Nationalparks Ost- und Südafrikas herumgetrieben. Ein extrem schönes Fleckchen Erde. 

Nach einigen Wochen in Indien sind wir dann in einer kleinen ruhigen Bucht in Thailand gestrandet. Eigentlich wollten wir nur einige Tage durchschnaufen und dann nach Kambodscha, Laos und Vietnam weiterzeihen, aber es war so schön und die Eindrücke der vorangegangenen Reise waren so präsent, dass wir blieben, fast drei Monate lang, an eben diesem Strand.

Seitdem zieht es mich regelmäßig fort, insbesondere ins Freie. Heute allerdings versuche ich, in der Nähe die Möglichkeit zu finden, für einige Zeit im Jahr auszusteigen. Sei es mit einer wehrwöchigen Wanderung quer durch die Alpen oder Radtouren durch Deutschland und Schweden. Dabei bin ich durchaus auch gerne allein unterwegs.

 

Nach der Rückkehr in die Heimat ging es dann gleich mit Volldampf los. Das Jurastudium in Trier hatte kaum richtig begonnen, da habe ich es zugunsten einer Weiterbildung zum Regieassistenten schon wieder abgebrochen. Einerseits konnte ich die Anwesenheitspflichten in Kursen und Vorlesungen neben meiner Arbeit als Schauspieler in Köln nicht einhalten, vor allem aber zog es mich ans Set. Immerhin ist das Fernsehset seit meiner Kindheit mein zweites Zuhause. So kam es, dass ich neben der Lindenstraße als Regiepraktikant, kurz darauf als Regieassistent für einige Jahre viel Zeit vor allem in Hamburg verbrachte, wo ich bei „Die Rettungsflieger“ und bei „Notruf Hafenkante“ arbeitete. Später wurde ich für einige Zeit Veranstalter eines Kurzfilmfestivals in Köln und es folgten Jobs als Aufnahme,- bzw. Produktionsleiter bei Musicals, Non-Fiction TV Produktionen und solche als Schauspieler diverse Theaterstücke sowie Drehs.. Dazu versuchte ich mich als Produzent, was ich nach einer schönen, allerdings gescheiterten Produktion aber leider drangeben musste.

Parallel dazu habe ich mich vor inzwischen sechzehn Jahren in meine Sabine (Bine) verliebt. Heute wohnen wir schon einige Jahre gemeinsam in unserem Häuschen, das wir während meiner Zeit bei Let’s Dance 2010 recht baufällig erworben und selbst renoviert und in großen Teilen auch saniert haben.

Inzwischen leben wir hier sehr zufrieden am Rande der Stadt im Kölner Norden, nahe am Rheinufer. Wenn es die Zeit zulässt, mache ich gerne ausgedehnte (Rad-)Wanderungen. Ansonsten bin ich viel am Rheinufer oder rund um Köln unterwegs, um meine Freizeit an der frischen Luft zu nutzen.

 

In der letzten Zeit habe ich mich neben dem Dreh ausgiebig dem Gewichtsverlust gewidmet. Aus medizinischer Sicht war das allerhöchste Eisenbahn, daher habe ich es diesmal wirklich ernst genommen. Bislang brauche ich weiterhin viel Kraft und Disziplin, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Mein Auto habe ich vor Jahren abgeschafft, obwohl ich ein absoluter Vielfahrer war. Die Radfahrerei im Alltag hat zwar keine Reduktion bei meinem Gewicht verursacht, aber sicher weiteres Zunehmen verhindert und eine Grundfitness geschaffen, die es mir nun ermöglicht hat, mit externer Hilfe endlich wieder auf ein gesundes Maß zu schrumpfen. 

 

Die Notwendigkeit der Nahrungsumstellung, anderes Koch- und Essverhalten, nach über 40 Kilo Gewichtsverlust das neue Einkleiden, mehr Sport und seit Jahren der Gedanke, doch etwas nachhaltiger und weniger konsumfreudig leben zu wollen, fügten sich im Frühjahr zusammen. Ich entschied mehr als nur meinen Körper zu verändern, wenn ich schon mal dabei bin, mich umzugewöhnen. 

Mit Wo ist der Moritz werde ich rückblickend meine Erfahrungen mit dem Übergewicht und dem Abnehmen und aktuell die Erfolge und Misserfolge bei der Umstellung teilen. Kleine Rezepte oder Anregungen für die Küche und den Einkauf, mein Ernährungstagebuch, Tipps für den maßvolleren, nachhaltigeren Alltag und den Sport dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

 

Einerseits möchte ich mit Wo ist der Moritz  die eine oder den anderen vielleicht zu einem ähnlichen Schritt inspirieren oder sogar dabei helfen. durch das Herausheben der guten Seiten dieser Veränderungen und durch eingehendere, dauerhafte Beschäftigung mit den Möglichkeiten das (Konsum-)Verhalten zu ändern, andererseits will ich mir aber auch selbst etwas zum Festhalten geben. Denn das Gewicht zu halten wird sicher keine leichte Aufgabe werden.

 

Da ich bislang fast vollkommen frei von sozialen Medien- und Bloggingambitionen war, freue ich mich sehr, in Maria eine tolle Mitstreiterin gefunden zu haben.