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Morgendlicher Rundgang durch den Garten

Maria / Redakteurin / Eifel

Mit zwei kleinen Kindern, beginnt der Tag immer sehr früh. Wir sind schon dankbar, wenn der verschlafene Blick auf den Wecker an erster Stelle eine "6" zeigt. Nach dem gemeinsamen Familienfrühstück bleibt dann aber meist genug Zeit, dass die Kinder noch ein paar Minuten spielen können. Ich bin heute morgen in den Hof gegangen, um die Blumen zu gießen, bevor ihre Blütenköpfe sich wieder schwermütig der Mittagshitze beugen. Und dann habe ich mich daran erfreut, wie schön alles wächst und gedeiht, die Zitronenfalter ihre quirligen Runden drehen, und die dicken Hummelchen ihre kleinen Saugrüssel im Lavendel vergraben.

Ein Blick in den Kräutergarten

Dieses Jahr habe ich mich dazu entschlossen, die Kräuter, die wir immer brauchen, in Töpfen im Hof anzupflanzen. Und so tummeln sich nun Schnittlauch, Liebstöckl, Petersilie, Minze und Zitronenmelisse auf der Veranda. Überragt werden sie nur von unserem Zitronenbaum, der dieses Jahr leider keine Zitronen trägt. Schuld daran, sind wir selbst. Zum Schutz vor Frost haben wir ihn in der Waschküche gelagert und dabei völlig vergessen, ihn zu gießen. Das böse Erwachen kam im Frühjahr, als er alle Blätter verlor und ich ihm gedanklich schon ein Grablied geschrieben hatte. Aber, er hat sich wieder aufgerappelt und all seine Kraft in den Austrieb neuer Blätter gesteckt, dabei sind aber die Blüten zu kurz gekommen. Hatten wir die letzten Jahre immer rund 100 Blüten, von denen nicht wenige dem Regen zum Opfer fielen, aber dennoch eine gute Handvoll zu Zitronen wurden, schaffte er dieses Jahr nur sechs Blüten. Und keine davon hat die heftigen Regengüsse überlebt. Aber diesen Winter werden wir ihn sicher nicht vergessen und nächsten Sommer gibt es dann auch wieder Eifler Zitronen.

Blumenmeer in voller pracht

Als wir vor drei Jahren unser fast 100 Jahre altes Bruchsteinhaus gekauft haben, waren der Hof und der Garten in einem desolaten Zustand. Das Grundstück stand viele Monate leer und Überbleibsel waren nur unendlich viele Rosen und Lilien, für die die Vorbesitzerin wohl eine Vorliebe hatte, die ich so gar nicht teile. Mittlerweile haben wir die Rosen minimiert und die Lilien werden wohl auch nächstes Jahr endgültig entfernt. Jedes Jahr bepflanze ich meine Balkonkästen mit Minipetunien, die hatte ich schon in Berlin und war immer wieder fasziniert, dass sie den ganzen Sommer über immer weiter wachsen und sich in ein wahres Blütenmeer verwandeln. Und auch Margarithen gehören zu meinen Dauerbrennern. Es hat etwas meditatives allabendlich die verwelkten Blütenköpfe abzuschneiden, damit die Pflanze sich auf den Austrieb neuer Blüten konzentrieren kann. 

Alles, was Fliegen kann ...

Schon im letzten Jahr hatten wir ein Vogelhäuschen über der Waschküche hängen und eine kleine Kohlmeisenfamilie hat darin ihr Zuhause gefunden. Dieses Jahr haben wir die Nistkästen etwas zu spät aufgehängt, und sie sind leider leer geblieben, aber hübsch sehen sie trotzdem aus an der alten Bruchsteinwand. 
Im Garten haben wir einen riesigen Lavendelbusch - das einzig wirklich schöne Gewächs, das schon vor unserer Zeit da war. Und nicht nur die Schmetterlinge, auch die Hummeln und Bienen nutzen ihn rege. Wir haben dieses Jahr auch zum ersten Mal einen Teil des Gartens als Wildwiese stehen lassen, um den Bienen der Nachbarschaft die Nahrungssuche etwas zu erleichtern. 
Immer wieder habe ich auf unserem Dachboden völlig erschöpfte kleine Bienen gefunden, ein befreundeter Imker hat mir dann erklärt, das seien Pelz- oder Mauerbienen - eine friedliche Wildbienenart. Manchmal, wenn ich sie rechtzeitig gefunden habe, ist es mir gelungen, sie mit etwas Honig wieder aufzupäppeln und sie am Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen wieder wegfliegen zu sehen. 

Und sonst so

Besonders in den Beeten im Hof habe ich die letzten Jahre vergeblich gegen das Unkraut - allem voran die Vogelmiere angekämpft. Dieses Jahr habe ich nach einer zweitägigen Unkrautaktion alles gemulcht und den gepflanzten Bodensetzern Platz gemacht. Und die Mühe hat sich gelohnt, zwar schafft es die Vogelmiere auch durch den Mulch, aber sie lässt sich viel leichter und effektiver entfernen und meine Bodendecker breiten sich fleißig aus.