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Die Schneckenkriege, Teil 1

Moritz / Schauspieler / Köln

Ich bin in Köln geboren und aufgewachsen. Gemüse aus dem eigenen Garten ist für mich etwa so exotisch wie für andere Menschen vielleicht eine Reise nach Polynesien.

In diesem Frühjahr habe ich angefangen zu gärtnern. 

Im Hochbeet war der Salat bei den hohen Temperaturen in diesem Frühjahr bereits Ende April soweit. Kopfsalat, Lollo Rosso, Amerikanischer Brauner ... täglich von jedem ein wenig gezupft und den Rest stehen lassen. Und so habe ich für einige Woche ganz wunderbaren Salat gegessen. Eigenen Salat. Was für ein Hochgefühl.

 

So konnte es weitergehen. 

Gewässert habe ich immer morgens, um den Schnecken am Abend weniger Angriffsmöglichkeiten zu bieten. Sie mögen die Feuchtigkeit.

So hatte ich es in einem Gartenblog gelesen. 

So habe ich es also auch gemacht! 

Und voller Stolz täglich einen frischen Salat aufgetischt.

 

Schneckenkorn kam für mich von Anfang an nicht in Frage, und das mit dem Kupferband kam mir doch reichlich übertrieben vor. Und so ein Schneckenzaun ist auch nicht gerade billig, insbesondere wenn man gerade Hochbeete gebaut, Erde gekauft und auch sonst alles besorgt hat, was für einen Gemüsegarten halt so nötig ist.

Als die ersten Schnecken dann ganz hinterhältig in der Dämmerung ihre Fühler ausstreckten, bin ich raus in den Garten, um Schnecken zu sammeln — am Beet, im Beet und ums Beet herum.. 

Allabendlich. 

Viele konnte ich erwischen! 

Aber den Rest der mampfenden Brut? 

Mein lieber Mann! 

Husch husch, weg waren sie. Just in dem Moment, in dem sie meiner gewahr wurden, waren sie schon verwunden.Und zwar bereits bevor ich das Beet erreichte und sie überhaupt zu Gesicht bekam.

 

Trotz allem lief der Stadtgartenkrieg zwischen Mensch und Fressmaschine auf ein zufriedenstellendes Patt hinaus. Einige Blätter für mich, einige Blätter für den A... ähm, die Schnecken. 

Vorerst.

Bis ich dann drei Tage mit dem Rad unterwegs war, und folglich nicht zu Hause, geschweige denn im Garten. 

Das Ergebnis war niederschmetternd. Der Salat war Geschichte. 

Das Bild zum Text steht sinnbildlich für die Überlegenheit der Weichtierwelt.

 

Ich habe einige Wochen gebraucht um mich von meiner Niederlage zu erholen. Wunden lecken, Mund abwischen. Fertig!

Ich werde am Wochenende neuen Salat pflanzen. 

Wir wollen doch mal sehen, wer die zweite Runde an sich reißen kann.

 

Aber vorher werde ich mir noch Kupferband besorgen.

Etwas aufrüsten, das wird in diesem Zusammenhang doch wohl erlaubt sein. Oder?

 

Tipps dahingehend sind mir selbstverständlich herzlich willkommen.