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Nachhaltigkeit in der Küche

Maria / Redakteurin / Eifel

Unser großer Sohn hat bei uns zu Hause "Mülldienst" - das heißt, er bringt die vollen Mülltüten in den Garten in die passende Tonne. Und mir ist aufgefallen, dass er das ganz schön oft machen muss. Also habe ich mir überlegt, wie man in der Küche zumindest ein bisschen Müll einsparen kann. Den Anfang haben wir jetzt bei den Putzutensilien gemacht, das ist aber auf jeden Fall noch ausbaufähig. Aber jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung - und wir haben zumindest schon mal einen Großteil der Wegwerf- und Einmalutensilien aus Plastik wie herkömmliche Spülschwämme, Klarsichtfolie und Bürsten für immer verbannt. 

Putzschwämme kann man sich ganz einfach selber häkeln oder stricken. Da ich beim Stricken immer die Nadeln verbiege, Maschen verliere oder auf wundersame Weise verdoppele und dann entnervt aufgebe, hab ich mich fürs Häkeln entschieden. Aus Paketschnur aus Hanf habe ich einen Schwamm für die gröberen Arbeiten, wie Töpfe oder Pfannen reinigen, gehäkelt. Die Grünen sind aus weicher Baumwolle und eignen sich gut für leicht Verschmutztes oder Gläser. Dann wandern sie einfach nach ein paar Tagen mit der Schmutzwäsche in die Waschmaschine und sind so ewig einsetzbar. Und wenn sie es mal gar nicht mehr tun, landen sie wenigstens nicht als Mikroplastik in der Umwelt für die nächsten Jahrtausende, da Baumwolle und Hanf komplett biologisch abbaubar sind.

Wer wie ich viel näht, hat auch immer kleinere Baumwollstoffreste zu Hause, aus denen sich prima Spüllappen nähen lassen. Für die Rückseite habe ich Jute genommen und als Zwischenschicht Baumwoll-fleecereste vom letzten Winteranzug der Kinder. Damit sind sie gegen jeden Schmutz gewappnet, können viele Male gewaschen und wiederverwendet werden und sehen obendrein auch noch viel hübscher aus als normale Spüllappen. Und außerdem sind sie ein super Geschenk für Leute, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, da man den Stoff so schön individuell wählen kann. Moritz hat auch ein paar bekommen, für ihn passend mit Fahrradmotiv, die zeigt er euch bei Gelegenheit sicher mal. Schnell gemacht und von langer Lebensdauer.

Für richtig groben Schmutz oder wenn doch mal was angebacken ist, muss dann eine richtige Spülbürste her. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Plastikbürsten, ist bei diesen der Griff aus Holz und Edelstahl und die Bürstenköpfe aus Holz und Naturborsten. Wenn die Borsten nicht mehr gut reinigen, kann man einfach den Bürstenkopf austauschen und den Griff weiter benutzen. Das ist nicht nur viel umweltfreundlicher und nachhaltiger, sondern sieht auch viel schöner in der Küche aus. Die kleine Bürste oben links hat extra starke Borsten und wird ohne Griff verwendet. Dafür liegt sie aber dank des runden Handgriffs sehr gut in der Hand und kriegt auch hartnäckigen Schmutz zuverlässig entfernt.

Statt Klarsichtfolie kann man wunderbar diese Bienenwachstücher verwenden. Man kann die auch selber machen, zahllose Anleitungen findet man im Netz, ich habe sie aber gekauft. Sie eignen sich perfekt, um Schüsseln abzudecken, Lebens-mittelreste wie Zwiebeln oder Zitronen einzupacken oder sogar, um Brot darin aufzubewahren. Sie haben den Vorteil, dass sie atmungsaktiv sind und immer wiederverwendet werden können. Einfach nach dem Benutzen abwischen, oder sogar waschen und dann trocknen lassen - und schon sind sie bereit für den nächsten Einsatz. Ich bin sehr froh über diese Alternative zur Plastikfolie. Und auch hier gilt: Sie sehen einfach hübsch aus. Das macht es noch schöner, sie in der Küche zu benutzen.

Natürlich kann man in der Küche noch viel mehr Plastik und Müll einsparen, wir bereiten unseren Kaffee  zum Beispiel immer mit einer French Press zu, da bleibt außer Kaffeesatz, der im Haus und Garten prima weiterverwendet werden kann, nichts übrig. Statt Papierwischtüchern benutzen wir wiederverwendbare und waschbare Tücher aus Bambus, unser Biomüll wandert meist direkt auf den Komposthaufen. Es gibt aber auch bei uns noch jede Menge Plastik - zum Beispiel eine ganze Schublade voll mit Plastikdosen. Die werden einfach nach und nach durch plastikfreie Alternativen ersetzt, aber es macht natürlich auch keinen Sinn, diese jetzt einfach wegzuwerfen. Auch unsere Kochutensilien wie Kochlöffel oder Pfannenwender habe ich nach und nach durch Holz- oder Bambusalternativen ersetzt. Unser Schneebesen ist aus Edelstahl und schon viele Jahre im Einsatz. Gerade wenn diese Plastikutensilien zu heiß werden und schmelzen, setzen sie giftige und gesundheitsschädliche Stoffe frei - ein Grund mehr, dauerhaft darauf zu verzichten. Und demnächst werde ich mich auch mal daran versuchen, Spülmittel ökologisch selbst herzustellen. 
Was macht ihr in eurer Küche, um Plastik einzusparen, welche Produkte könnt ihr empfehlen, welche Tipps und Tricks habt ihr noch? Kommentiert doch gerne, ich freue mich riesig über weitere Anregungen.