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Ich habe eigentlich gar keine Zeit für Sport

Maria / Redakteurin / Eifel

Und ich denke, da geht es vielen Menschen genauso wie mir. Der Alltag ist schon stressig genug: Zwischen Arbeit, einkaufen, Kinder abholen oder wegbringen, bleibt wenig Zeit. Ins Fitnessstudio würde ich es jedenfalls nicht schaffen. Und wenn ich zu Hause Sport mache, kommen meistens die Kinder oder der Hund und wollen mitturnen. Das ist zwar lustig, aber wenig effektiv. Aber Bewegung muss sein, man wird ja auch nicht jünger und irgendwie müssen die Schlemmerkalorien ja verbrannt werden. 

Das Gute ist: Es gibt so viele Möglichkeiten, im Alltag ein bisschen mehr Bewegung einzubauen. Die meisten sind sicher altbekannt, aber ich schreibe sie trotzdem noch mal auf, vielleicht haben sich diese Tipps ja irgendwo ganz hinten in euren Köpfen versteckt und müssen einfach nur mal wieder ins Vorderhirn geholt werden.

IM ALLTAG: Da gibt es so viele Möglichkeiten ein paar Miniübungen einzubauen: Beim Kochen auf die Zehenspitzen stellen – hoch und runter – oder beim Spülmaschineaus-räumen ein paar Kniebeuge (geht auch super mit Wasserkästen), man kann auch auf der Couch oder vorm Fernseher ein paar Situps einbauen, oder völlig unbemerkt von allen anderen den Beckenboden trainieren.

TREPPENSTEIGEN: Treppen gibt es überall, allein unser Haus hat drei Stück, die muss ich sowieso ständig rauf und runter rennen. Aber auch auf dem Weg zur U-Bahn, ins Büro, die Schule oder ins Kaufhaus kann man immer die Treppen statt des Aufzugs benutzen. Geht meistens sowieso schneller als auf den Aufzug zu warten und macht einen knackigen Po.

LAUFEN: Und damit meine ich nicht hochamibitioniertes Dauerjoggen im Stadtpark, sondern einfach mal eine Bus-haltestelle eher aussteigen und den Rest laufen. Oder kurze Gänge statt mit dem Auto zu Fuß erledigen. Natürlich eher nicht, wenn man grade den Wochen-einkauf macht, aber wenn das Wetter schön ist, hole ich die Kinder zu Fuß ab. Das sind hin und zurück jeweils knapp zwei Kilometer, der Große kann das schon selber laufen und der Kleine kommt ins Tragetuch. Elf Kilos plus verdoppeln den Trainingseffekt netterweise.

GASSIGEHEN: Wenn man wie wir einen Hund hat, muss man sowieso jeden Tag raus. Oft sind das aber sehr gemächliche Spaziergänge, der Dackel muss ja auch überall schnüffeln und markieren. Daher ab und zu einfach mal den Turbo anschalten und einen Schritt schneller gehen. Und wer keinen Hund hat, kann sich ja vielleicht mal Nachbars Vierbeiner ausleihen, da haben dann alle was davon. Ich geh auch nicht gerne alleine raus.

SPIELPLATZ: Apropos Kinder, die müssen sich ja auch immer mal austoben. Geht prima auf dem Spielplatz, und wenn man statt Latte Macchiato trinkend am Rand zu sitzen einfach mal mitklettert, rutscht, schaukelt oder Seil hüpft, hat man auch schnell ein paar Muskeln beansprucht und Kalorien verbrannt. Und Spaß macht es auch noch.

TRAMPOLIN: Das steht ja mittlerweile in vielen Gärten, wir haben auch eins. Und ich liebe es, vor allem wenn Besuchskinder da sind, einfach erst mal alle aufs Trampolin zu schicken, um sich auszutoben. Aber das macht auch wirklich Spaß, ob mit Kindern oder ohne. Ein paar Minuten richtig dolle hüpfen (vorher unbedingt Beckenbodenübungen machen, wer schon Kinder auf die Welt gebracht hat), ist ganz schön anstrengend.

TANZEN: Ja, sich mal so richtig auf der Tanzfläche auszutoben, zählt auch! Geht auch in der Küche (mit den Kindern) oder im Wohnzimmer (mit dem Partner, wenn die Kinder schlafen). Der Vorteil zu Hause ist, dass es völlig egal ist, wie das aussieht. Sieht ja keiner, da geht es nur um Spaß, gute Musik und gute Laune – und Bewegung.

MINISPORTEINHEITEN: Und wenn es doch etwas gezielter sein soll, und man wenigstens 10-20 Minuten Zeit hat, gibt es auf Youtube jede Menge sogenannter HIIT (High Intensive Intervall Training) Einheiten. Ich mag die total gerne, braucht nicht viel Zeit, macht Spaß und der Muskelkater am nächsten Tag gibt direkt Rückmeldung, dass man das öfter tun sollte.

Es geht also auch ohne viel Aufwand oder durchstrukturierte Trainingspläne. Am Ende zählt jeder Schritt – und die können fast überall gemacht werden.