Die Feiertage und das leckere Essen

Moritz / Schauspieler / Köln

Man könnte meinen, an Feiertagen gäbe es keinen Ausweg.

Es wird gegessen.

Es wird getrunken.

Und das in Mengen, die normalerweise eine ganze Kompanie ernähren könnten.

Insbesondere in der Weihnachtszeit kommen noch Kekse, Plätzchen, Schokozeug und vieles mehr bereits im Vorfeld der Feiertage dazu, das zwischendurch genascht werden kann.

Noch ein Glühwein obendrauf, und schnell noch etwas Süsskram auf dem Weihnachtsmarkt genascht und schupps – nach vier Wochen Advent und drei Weihnachtsfeiertagen kann man die Knöpfe an den Hosen bereits weiter nach außen setzen und zu Silvester ist dann schon wirklich alles egal. Das schicke Hemd spannt dann eh schon zu sehr, um es anziehen zu können.

 

Aber dieses Jahr soll alles anders werden, zumindest bei mir!

Da ich aber auf die schönen Feiern nicht verzichten mag, und auch nicht immer nur die Hälfte essen will, musste ich mir etwas ausdenken.

Hinzu kommt, dass das Thema Essen oder nicht essen für mich in diesem Jahr so überlagernd war, dass ich ganz froh wäre, an den Feiertagen mal nicht darüber nachdenken zu müssen. Ob mir das gelingt, ist natürlich fraglich. Abgesehen davon, dass Nachdenken und Kontrolle über meine Nahrung für mich weiterhin essenziell ist, ist es  ja auch im Umfeld immer Thema. 

Ganz unbeschwert essen und eine deutliche Normalisierung sind noch immer in weiter Ferne. Auch wenn ich in meinem Alltag, mit Sabine oder allein essend, inzwischen weniger Sorgen damit habe, da ist die Routine schon recht gut eingebunden. 

Aber Weihnachten? Puh ...

Insbesondere auf Weihnachtsfeiern und wenn es ums Schlemmen geht, kommt mein neues Gewicht und mein Essverhalten unweigerlich auf den Tisch. Quasi gleich neben meinen Teller. 

Überall liegen Plätzchen und andere Naschereien und der Glühwein tut der Wampe auch nicht gut...

 

Um nicht nach den Weihnachttagen in einem fünf-Kilo-mehr-als-vorher-Alptraum aufzuwachen, habe ich es mit Prävention versucht.

Bereits in den Tagen vor dem Fest musste also weniger gegessen werden. Nicht ganz einfach bei all den Verlockungen, aber wenn ich nun einige Tage etwas kürzer trete als sonst und eine Runde mehr beim Sport drehe, dann müsste es doch klappen. 

Dann kann ich an den Festtagen vielleicht doch einfach mal die Kontrolle außen vor lassen?

Nicht ganz, fürchte ich. Und ich denke, das kann ich auch gar nicht. Was ich mir damit aber erarbeiten konnte, ist, dass ich ohne schlechtes Gewissen meine Klöße, und auch den Nachtisch und das Glas Wein konsumieren kann. Und das ist ganz wichtig.

Denn ein schlechtes Gewissen will ich möglichst vermeiden. 

Das hatte ich früher so oft nach dem Essen und es hat mich immer dicker gemacht. Denn wenn ich ein schlechtes Gewissen habe werde ich nicht richtig satt, genauer: zufrieden. Und wenn ich nicht zufrieden bin mit meinem Essen, dann esse ich mehr. 

 

Und auch im letzten Jahr habe ich das ein oder andere Mal mehr gegessen als die Planung vorsah und das schlechte Gewissen kam wieder hoch. Immer, wirklich immer ,mit der Folge, dass ich essen wollte. 

Klingt blöde. Ein schlechtes Gewissen zu haben wegen des Zuviel an Essen oder das Ganzfalsch von Essen und dann zum Ausgleich glatt wieder Essen ... wie kann man nur so blöde sein? Aber so läuft es nunmal. Ist auch nicht blöde, ist leider eine typischer Kreislauf.

Und so ein oh-mein-Gott-ich-habe-tagelang-nicht-aufgepasst-schlechtes-Gewissen? Die Auswirkungen möchte ich mir lieber ersparen.

 

Was also war mein Plan also bis zum 24. Dezember?

Täglich mindestens eine Stunde Sport, nur noch an einem Tag (eine Weihnachtsfeier) den vorweihnachtlichen Verlockungen nachgeben und ansonsten viel Obst und vor allem Gemüse, wenig Fett und ganz wenig Zucker.

Ach ja, fleischfrei wird es auch sein. Da kommt dann Weihnachten schon genug auf den Tisch ...

Auf jeden Fall werde ich das Tagespensum in ein gutes Defizit schicken. Und damit das schlechte Gewissen gar nicht erst aufkommen lassen.

Und so gab es etwas Müsli zum Frühstück (nicht das gezuckerte fertig Zeug versteht sich) und eine leckere frische Gemüsesuppe für den Rest des Tages. Dazu eine Stunde Laufen und etwas Krafttraining.

Und am nächsten Tag? Ein feines Ofengemüse mit frischer Tomatensauce und einigen Oliven. Denn lecker soll es ja schon sein.

Sportlich hat es jedenfalls gut funktioniert, ich konnte mich jeden Tag durchringen. Und den Weihnachtsbaum kann man auch ein Stückchen tragen, auch wenn dies natürlich nicht ausreichen dürfte...

 

Und an den Feiertagen selbst? 

Da achte ich jetzt darauf, dass ich vor dem eigentlichen Festmahl ebenfalls wenig Kalorien zu mir nehme, allerdings soll auch kein Hunger aufkommen. 

Der ist ein nämlich schlechter Berater, wenn erstmal ein Weihnachtsessen auf den Tisch kommt.

Natürlich darf auch an den Feiertagen der Sport nicht fehlen und so habe ich gestern noch 90 Minuten Krafttraining eingebaut. 

Und kurz vor dem Essen versuche ich diesmal sogar, einen Liter Wasser zu trinken, auch das füllt den Magen und dürfte mir helfen, gut durchzukommen.

 

Noch sind die Tage nicht rum und auf der Wage war ich auch noch nicht, aber mein Gewissen ist rein und am heiligen Abend konnte ich das Essen so richtig genießen. Top.

 

Jetzt gehe ich erstmal eine Runde Laufen, damit ich auch heute befreit feiern kann. 

 

 

Frohe Weihnachten wünsche ich euch allen.