Arsch hoch statt Achseln hoch

Moritz / Schauspieler / Köln

 Nun ist das Jahr 2019 schon einige Tage alt. Und mal Hand aufs Herz, wer von uns hat sich nicht das eine oder das andere für das neue Jahr vorgenommen? Und sei es nur heimlich, im Hinterkopf, weil überall von den sogenannten guten Vorsätzen gesprochen wird? Eben. Ich denke wir alle. Ich natürlich auch. 

 

Aber, und da geht es den meisten so wie mir fürchte ich, das mit dem Umsetzen des Vorgenommenen ist dann schon wieder eine ganz andere Sache. 

Die ersten meiner guten Vorsätze für 2019 habe ich tatsächlich bereits gebrochen. 

 

Ich fange aber mal von vorne an. Meine Vorsätze waren dieses Jahr tatsächlich andere als sonst. Fast 20 Jahre lang war es meist der Vorsatz eines hohen Gewichtsverlusts, der alles bestimmte. Nun, das kann es ja aus offensichtlichen Gründen nicht mehr sein. Mehr Sport auch nicht wirklich, allerdings geht es bei mir auch weiterhin um das Gewicht und den Sport, aber nicht mehr ausschließlich. 

 

Bevor ich mir tatsächlich weiteres vorgenommen habe, musste ich allerdings ernsthaft mit mir ins Gericht gehen. 

Warum eigentlich hat es so viele Jahre mit den Vorsätzen nicht funktioniert?

Die Antwort ist unbequem und bis zur Erkenntnis dauert es allein deswegen schon eine Weile, obwohl es doch auf der Hand liegt. 

Zum einen habe ich mir immer zu viel vorgenommen und vor allem alles auf einmal. Es musste schnell gehen und, selbstverständlich, ohne Hilfe.

Diese fatale Kombination wird inzwischen öffentlich schon so lange so breit getreten, dass es sich erübrigen sollte, dies nochmals anzusprechen. So geht es nicht. Das muss man anders machen. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass es eben nicht so einfach ist, mit dem Andersmachen.

Klar, da gibt es viele, die sich zu viel vornehmen. 

Ich aber doch nicht. 

Ich kann das.

Das wäre doch gelacht.

Ich werde im neuen Jahr ein Held sein. 

Mein eigener Held. 

 

Das ist natürlich machbar. Ich habe durchaus das Gefühl, dass ich für mich im letzten Jahr ein kleiner Held geworden bin. Abgenommen, fit geworden, durchgehalten. Jojo bislang auch nicht zugelassen. Top. Aber wie viele Jahre habe ich auf so ein Jahr gewartet? 

Richtig, fast mein halbes Leben bereits. Das wäre rückblickend dann doch verbesserungswürdig gewesen. 

Es muss also an dieser Stelle weiterhin besser werden. 

Sonst beschließe ich weiterhin Jahr für Jahr mit dem Fazit: Ziel verfehlt. 

Und das nur wegen der nicht umgesetzten sogenannten guten Vorsätze. Da kann das Jahr noch so toll, wunderbar, abenteuerlich und schön gewesen sein.

Aber das Rad lässt sich bekanntermaßen nicht zurückdrehen. In Zukunft soll das besser werden. Das nächste halbe Leben dauert 40 Jahre ... so weit weg sollte ein Ergebnis dann doch nicht liegen, finde ich.

 

Es gilt also, das Ziel nicht zu verfehlen.

Aber wie?

Kein Ziel, das würde helfen. Da kann ich nichts verfehlen.

Aber ohne Ziele ist es doch auch langweilig, abgesehen davon, dass man ohne Ziele wirklich überhaupt nicht weiterkommt. Und unter uns gesagt, geht das auch nicht. Ein leises, heimliches, kleines Zielchen ist auch dann noch irgendwo im geistigen Äther. Und leider ist es meist deutlich größer als man denkt. 

 

Es müssen also Ziele her, die machbar sind. 

Mit kurzfristigen Zwischenzielen, die immer wieder das Gefühl vermitteln, dass das zu Erreichende erreicht wurde und das Fernziel näher rückt. 

Dabei muss das Fernziel realitisch sein. 

Es wird auch so schwer genug werden, es zu erreichen.

 

Das wäre doch ein schicker Vorsatz: sinnvolle, erreichbare und trotzdem ambitionierte Ziele setzen. 

So wollte ich es auch halten. 

Habe ich auch.

 

Dachte ich. 

Denn leider bin ich bereits heute an diesem ersten Ziel gescheitert. 

Ich hatte mir erneut für die ersten Tage im Jahr zuviel auf einmal vorgenommen und schon alle Ziele gerissen. Sehr ärgerlich. 

In der Vergangenheit hätte ich jetzt mit den Achseln gezuckt und mir selbst ein ´siehst-du,-du-schafft-es-ja-doch-nicht` zugeraunt.

Dazu ein Bier, ein wirklich leckeres Essen und dann die Hände in den Schoß. 

 

Aber wenn ich im letzten Jahr eines gelernt habe, dann dass ein ´mensch-das-schaffst-du-schon-Dicker,-halte-durch` an dieser Stelle besser aufgehoben ist. 

Arsch hoch statt Achseln hoch. 

 

Woran aber bin ich bereits nach acht Tagen gescheitert? 

Unter anderem habe ich mir vorgenommen: Ab dem ersten Januar regelmäßiges Bloggen hier. 

Mit mindestens einem Artikel pro Woche.

Plus wöchentlich ein neues Rezept, das mir besonders gut gefallen hat. 

Plus eine Wochenaufstellung für die Ernährung.

Plus eine Wochenaufstellung für den Sport.

Die Wochenaufstellungen jeweils zum Anpassen und Mitmachen, wer mag.

 

Die geneigte Leserin oder der geneigte Leser hier wird es wohl schon gemerkt haben. Nicht gebloggt, kein Rezept (habe ja auch beim Kochen nichts notiert, ich Depp. Von einem Foto ganz zu schweigen) und keine Wochenpläne online ...

 

Hat also schon jetzt nicht funktioniert. 

Tja.

Ist aber auch erst Woche zwei des Jahres. 

Und mit diesem Blogpost habe ich in dieser Woche Punkt eins nun erfüllt. 

Bis Sonntag sollte dann hoffentlich auch die erste Wochenaufstellung online sein. 

Und bis Freitag, zum Nachkochen am Wochenende, das Rezept. 

Ich bin gespannt.

 

Nun ist dieser Beitrag schon wieder lang geraten, daher muss ich auf die weiteren Ziele für 2019 beim nächsten Mal eingehen. 

Hier seien die wenigen maßvoll zusammengestellten guten Vorsätze in Kürze genannt: 

·     Konsum weiter reduzieren,

·     wenig Plastik,

·     nachhaltigeres Essen,

·     fleißiges Arbeiten,

·     Freude am Alltag.

·     raus aus dem Haus, rein in die Natur,

·     raus aus dem Haus, Freunde treffen,

·     beruflichen Ballast loswerden,

·     neue berufliche Perspektiven ausloten,

·     auch im Homeoffice konzentriert arbeiten,

·     die Tage gut strukturieren,

·     viel schreiben,

·     ein gutes und fleißiges Gartenjahr verbringen,

·     Geduld,

·     Marathon laufen,

·     Triathlon absolvieren.

 

Habe ich mir da doch zu viel vorgenommen? 

Hm... ich will die Flinte noch nicht ins Korn werfen. 

 

Ich hoffe für jeden von euch wird es ein gesundes, fröhliches, erfolgreiches Jahr. 

Welche Ziele habt ihr so? Oder welche kehren alle Jahre wieder?

 

Und jetzt auf auf... es wird bestimmt ein tolles Jahr!