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Was nach dem Schreck kam - abnehmen!

Moritz / Schauspieler / Köln

Noch eine Diät wollte ich nicht machen, und mit Sport und Kalorienzählen hatte ich es auch bereits versucht – meiner Lebensgefährtin Sabine, meinem Job als Schauspieler, meinem Lebensgefühl und meiner Gesundheit zuliebe – aber gefruchtet hat dies langfristig wenig. Im Gegenteil. 

Und so kam mir etwas in den Sinn, was gerade Männer allgemein tunlichst unterlassen wollen. Ich musste mir Hilfe suchen. Also habe ich mich nach einem Programm für Übergewichtige umgesehen. Viel gefunden habe ich zu Beginn nicht. Einmal in der Woche für 30 Minuten Walken schien mir in meinem Fall nicht zielführend, fahre ich doch seit Jahren wöchentlich allein im Alltag schon rund 100 km Rad pro Woche. 

Irgendwann bin ich dann auf ein Programm gestoßen, das auch die Uniklinik Köln anbietet. Es beginnt mit einigen Wochen auf Basis von 800 Kilokalorien pro Tag in Form eines Pulvers zum Abnehmen – quasi als Kick-Start. Das Spannende war und ist aber, dass die Teilnehmer für ein Jahr betreut werden. Man kann dort also lernen, das Gewicht zu halten und die alten Muster zu durchbrechen. Das schien mir das Richtige zu sein, auch wenn ich Pulverdiäten nicht sonderlich viel abgewinnen kann (*Anm. es gibt nun ein vergleichbares Programm ohne Pulver). Aber abgenommen hatte ich ja schon mehrmals über 20 Kilo, nur gehalten habe ich es nie.

Das Halten dort betreut zu erlernen, mit wöchentlichem Sportprogramm und Beratung, ärztlicher Betreuung, Ernährungsberatung und verhaltenstherapeutischen Gruppentherapiesitzungen schien mir genau das zu sein, was ich brauchte. 

Nun habe ich statt der durch das Programm geschätzten Gewichtsabnahme von 20-25 Kilogramm 43 Kilo angenommen, und das in nur vier Monaten. Sicher weil ich sehr viel Sport getrieben habe. Das war zwar nicht das Ziel, ist aber natürlich nicht das Schlimmste, habe ich dadurch doch zum ersten mal seit 20 Jahren wieder „Normalgewicht“ mit einem BMI von ca. 24,5. Dass eine solche Reduktion in so kurzer Zeit nicht ohne ärztliche Betreuung angestrebt werden sollte, versteht sich von selbst. Durch die massive Gewichtsabnahme bin ich aber natürlich umso besorgter, ob das mit dem Halten denn nun erstmals funktioniert, immerhin ist der Körper nun ja so richtig auf „Alarm“ gegangen und wird alles versuchen, sofort wieder Gewicht anzusetzen. 

Bislang geht es gut, aber der harte Teil soll erst noch kommen. Es wurde verglichen mit einem Alkoholiker, der nach dem Entzug, statt wie dringend empfohlen gar keinen Alkohol mehr trinken soll, stattdessen lernen muss, ganz in Maßen zu trinken. 

Besonders schön für mich ist es, dass ich tatsächlich zur Zeit keinen Bluthochdruck mehr habe – ausgestanden ist das Thema aber noch nicht – es ist normal, dass bei wenig Nahrung der Blutdruck sinkt – aber ich esse nun schon seit einigen Wochen wieder ein wenig, in einem streng vorgegebenen Kostaufbau und noch bleibt der Blutdruck unten. Auch die Cholesterinwerte sind perfekt.