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Auf dem Feld beim Bauern, es kann losgehen

Moritz / Schauspieler / Köln

Die Gartensaison hat vor einigen Wochen begonnen. Endlich kann ich also meinen zweiten Versuch starten, etwas eigene Nahrung herzustellen. Die Idee eigenes Gemüse zu ziehen ist im letzten Jahr entstanden. Im Zuge der Ernährungsumstellung habe ich vieles hinterfragt. Unter anderem wollte und musste ich mein Verhältnis zu meiner Nahrung ändern. Mehr Wertschätzung für mein Essen, dachte ich, könnte ich positiv auf mein Essverhalten auswirken. Selbst etwas anzubauen sollte mir dabei helfen. Heute kann ich sagen, dem ist auch so.

Also ran an den heimischen Garten und ran an die Beete!

Fertig!

Los!

 

Ganz so einfach war es aber nicht. Kaum Regen im vergangenen Sommer hieß, in meinen Hochbeeten ständig wässern zu müssen, denn sie trocknen schneller aus als der eigentliche Boden. Hinzu kommt, dass ich kaum Fläche habe. Von Fläche mit genügend Sonne ganz zu schweigen.

Von je einem Brokkoli und einem Kohlrabi habe ich ja nun wirklich nicht viel. Mein erster Versuch eigene Nahrung anzubauen scheiterte recht kläglich.

Ich nahm mir also vor, im heimischen Garten nur noch etwas Salat, meine Kräuter, essbare und insektenfreundliche Blumen und einige Tomaten zu pflanzen. Dinge die ich sehr oft zu mir nehme und die im vergangenen Jahr gut gediehen waren. Ein kleiner Apfelbaum, eine kleine Feige und eine Mirabelle stehen ebenfalls im Garten. Dazu noch einige Beerenarten - ein sogenannter Naschgarten- das war es.

Dazu reicht der Platz.

 

Für diesen Sommer wollte ich mir einen kleinen Acker in der Nähe suchen, um dort etwas mehr anbauen zu können. Zu meiner Freude wurde ich von den Kollegen von meine-ernte.de angeschrieben. Sie stellten mir einen eben solchen kleinen Acker zu Verfügung. Und dieser liegt auch noch ganz in der Nähe des Studios der Lindenstraße, so dass ich auch recht regelmäßig in der Nähe sein würde. Im Gegenzug möge ich gerne über meine Erfahrungen dort in meinem Blog hier berichten. Meine Voraussetzung dafür war, dass ich ehrlich schreiben kann, was ich wie erlebe.

 

Vor zwei Wochen also bezog ich mit vielen anderen Hobbybauern mein erstes eigenes Feld. 2,5 Meter breit und 18 Meter lang. Ich bin gespannt wie viel Gemüse ich daraus ziehen kann. Bis auf einen kleinen Teil der Fläche, über den ich selbst bestimmen kann, wurde alles schon vom Bauern bepflanzt. Praktisch.

 

Bisher habe ich meine Freude daran und alles wächst und gedeiht. Tipps zum Umgang mit den Jungpflanzen habe ich auch bereits erhalten. Und auch die Nachricht, dass noch einige Flächen frei sind.

Ganz ohne Pflege und Zeit wird es wohl nicht gehen. Aber schnell-schnell ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Inzwischen habe ich den allgemeinen Rat vor Ort befolgt und mit Bine zusammen einen Kaninchenzaun gezogen und Netze über die Sprösslinge und die Aussaat gelegt. Zwei mal war ich auch schon auf dem Feld um etwas Unkraut zu jäten und meinen „Wunschgarten“ zu bepflanzen.

 

Da mein Ziel mein Leben ökologischer zu gestalten als bisher ad absurdum geführt würde, wenn ich regelmäßig mit einem Auto die 13km von meinem Häuschen zum Acker fahre – abgesehen davon habe ich ja auch kein eigenes – ist der Besuch in meinem Garten ein guter Anlass um eine kleine Tour mit dem Rad zu machen. Wenn ich nicht durch einen Drehtag eh in der Nähe bin.

 

Am Ende, so hoffe ich, werde ich viel frisches Gemüse zu verdauen haben, das ohne lange Transportwege, Pestizide, Kühlung, Lagerung und Plastikeinsatz in meine Küche gelangt ist. Dass ich dabei als absolute Stadtpflanze auch noch lerne, welche Gemüsesorten wann Saison haben ist ein echt positiver Nebeneffekt, denn es hilft auch beim sinnvollen Einkaufen.

Dafür Kartoffelkäfer zu jagen, graben, gießen und jäten zu müssen, und dass ich mit dem Rad hin und wieder zurück fahre sorgt für Bewegung, die ich immer gut gebrauchen kann. Durch den Aufwand, der ganz klar höher ist als einfach in den Supermarkt zu tigern hoffe ich auch gleich meine Achtsamkeit dem Essen gegenüber weiter zu steigern.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen also.

 

Ich bin gespannt was daraus wird. Und hoffe auf einen Sommer, der nicht ganz so trocken ist, wie der im letzten Jahr.