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Essen unterwegs. Wenn das mal so einfach wäre...

Moritz / Schauspieler / Köln

Wenn man das Essen so wie ich neu lernen möchte (oder besser gesagt muss), ist es unabdingbar, zu Beginn und für eine ganz Weile alles, was man zu sich nimmt, zu protokollieren. So habe ich es nun gelernt. 

Verstehe ich. 

Problem erkannt, Problem gebannt. 

Alles klar.

So mache ich das jetzt!

Schon zu Hause kosten die Essenplanung und das Protokollieren Zeit und Nerven. Alle reden immer von der Zeit für den Sport, dabei ist das Essen zu planen und nachzuhalten deutlich zeitintensiver für mich. 

Aber was tut man nicht alles. Und bei mir scheint es bislang gut zu funktionieren. Wenn ich fleißig am Ball bleibe, habe ich immer genug zu essen und gleichzeitig eine gute Kontrolle und gleite nicht in Ausreden ab.

 

Unterwegs allerdings sieht die Sache nochmal schwerer aus. Ich bin immer mal wieder viel unterwegs. Von A nach B. In den letzten Tagen nach Berlin und zurück. Heute ganz kurzfristig nach Bern.

 

Mein normaler Rhythmus war dann morgens Milchkaffee zu Hause, Milchkaffee am Bahnhof, ein oder zwei Teilchen vom Bäcker dazu. Und dann entweder noch schnell zwei dort belegte Brötchen mitgenommen und im Zug vertilgt oder gleich ins Zugrestaurant. Und dort noch mehr Milchkaffee und ein nettes zweites Frühstück oder Mittagessen. 

Zu späteren Tageszeiten sah das Ganze sehr ähnlich aus. Schnell einen Döner, einen Burger oder auch zwei reinschieben, man weiß ja nie, ob man noch was bekommt. Dann gerne im Zug das ein oder andere mitgebrachte Bier, oder ja, kennen wir schon von der „Morgen-Variante“, ab ins Zugrestaurant. Dort ein Hefeweizen versteht sich. Wenn schon, denn schon.

Und natürlich für den absoluten Notfall immer eine Tafel Schoko am Mann. In welcher Frequenz diese absoluten Notfälle eintraten, kannst du sicher leicht erraten. 

Richtig: fast immer. Na gut. Immer. 

 

Das gehört nun der Vergangenheit an.

Der Milchkaffee am Morgen ist drin. Kein Thema.

Aber die Milchkaffees zwischendurch müssen leider ausbleiben. 

Teilchen, Burger, Döner, vorgeschmierte und zu 50 Prozent aus Butter oder Majosalatcreme bestehende Pappbrötchen vom Bahnhofsbäcker?

Ausgeschlossen. 

Abgesehen davon, dass diese Nahrungsmittel ja offenkundig nicht geeignet sind mein Gewicht zu halten, wie soll ich wissen, was drin ist, wie wiegen, wie die Kontrolle behalten?

Keine Chance.

 

Bleibt nur eine Lösung. Und die sich sogar als großes Glück herausgestellt hat. 

Ich nehme mein Essen einfach mit. Im Henkelmännchen. 

Ich liebe dieses Henkelmännchen inzwischen. Es rettet mir regelmäßig den Tag. 

Wenn es ganz schnell gehen muss, so wie heute, mache ich das Ding einfach voll mit Rohkost und Salat mit Käse, Ei oder Tofu.

Ein, zwei Scheiben Vollkornbrot dazu gepackt und fertig ist der Lack.

Oder einfach den Rest vom Abendessen des Vortages da rein (fein, weil eh schon abgewogen) und los geht es.

Ach ja, Kaffee im Thermobecher nicht vergessen. Da weiß ich, welche Milch drin ist, wie viel es ist und wann ich genug davon hatte  – dann nämlich, wenn der Becher leer ist.

 

Warum das ein Glück ist? Ganz einfach: 

 

Es ist deutlich leckerer als das FastFood-Gedönse auf dem Weg.

Es ist deutlich leckerer als das Essen im Zug.

Es ist deutlich billiger.

Ich habe keinen Müll durch Take-Away-Verpackungen erzeugt.

Ich bin, so erstaunlich es klingen mag, satter als bisher. Durch Ballaststoffe und „echte Nahrung“ statt leerer Nahrungshüllen.

Ich muss kein schlechtes Gewissen haben, weder was mein Gewicht betrifft, noch wegen des erzeugten Mülls... den gibt es so nämlich nicht.

Und ganz nebenbei habe ich auch kein Problem, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat oder das Bordrestaurant mal wieder ausgefallen, ungekühlt oder nicht beladen ist oder der Speisewagen gleich ganz fehlt. Und ja, leider muss ich sagen, ich schreibe dies gerade aus dem Zug... mit Verspätung.

 

Jetzt magst du denken: Mensch, den Burger muss Moritz doch vermissen.

Ja, das tue ich manchmal. 

Den esse ich aber inzwischen zu Hause, wenn ich will.

Mit selbstgemachtem Ketchup, magerem Bio-Hack vom Grill oder eigenen Gemüse-Patties, Vollkornbrot (schmeckt frisch zum Burger ganz hervorragend) und frischen Zwiebeln, Tomate und Gurke usw. 

Ich kann den selbstgerechten Burger als ausgesprochener Burger-Freund nur empfehlen. 

Im Vergleich zum Pappschlapp aus der Fast-Food-Kette. 

 

Wobei mir gerade etwas auffällt ... 

 

So ein selbstgemachter Burger ... der passt doch in mein Henkelmännchen. 

Und der Salat gleich untendrunter in das zweite Töpfchen. 

 

HA! 

Das versuche ich demnächst mal. 

Wenn er denn in den Tagesplan passt.