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Sport soll man machen, verstehe ... TEIL 2 - mein Einstieg in den Muskelaufbau

Moritz / Schauspieler / Köln

Als ich mich nach einigen Wochen mit viel Radfahren und Nordic Walking langsam fitter fühlte, habe ich zusätzlich mit Krafttraining begonnen.

Das Beste, um Gewicht abzubauen.

Weil man neben der Fettverbrennung auch noch Muckis aufbaut, die für einen Fett verbrennen können, auch wenn man selbst nichts tut. 

Im Schlaf zum Beispiel, vor dem Fernseher. Bei der Arbeit.

Aber dafür müssen sie her, die Muckis ... 

 

Also ran an die Hanteln dachte ich mir, ran an die Geräte im teuren Studio – da habe ich doch noch das Abo vom letzten Januar, und ach in dem daneben auch noch eines von vor drei Jahren ... das läuft noch. Shit. Geld zum Fenster rausgejubelt. 

Egal jetzt. Studio, Krafttraining ... wirklich?

Ja.

Oder auch nicht. 

Nein – wenn man bereits die wichtigsten Übungen kennt. So ging es mir. Ich habe meine Instruktionen vor einigen Jahren erhalten und habe das Glück, dass Sabine als ausgebildete Tänzerin sehr gut schauen kann, ob ich Fehler bei der Ausführung mache. Und in meinem Programm wird uns Übungen dieser Art ja auch erklärt und beigebracht.

Ja – wenn man noch keine Ahnung hat, was Training ist und wie es gehen könnte.  Videos im Netz sind schön und gut, aber wie gesagt, meist für uns Dicke ungeeignet. Und eine erste Einweisung und für eine Zeit eine Kontrolle, ob die Übungen richtig ausgeführt werden, hat man im Netz auch nicht. 

Die braucht es aber. Erstens kann man sich sonst verletzen, und schlecht ausgeführt, bringen die Übungen auch nur halb soviel. 

 

Wenn ich mich schon in mein „auch-schon-wieder-zu-klein“ Sport-Dress hineinpelle und es mit Rumpfbeugen fast zum Bersten bringe – was beileibe keine sonderlich erquickliche Erfahrung ist zu Beginn – dann soll auch so viel Nutzen daraus gezogen werden werden, wie geht. 

Also am besten doch für einige Male zum Trainer ins Studio. Man muss ja nicht gleich wieder ein Jahresabo buche. 10er Karte, 10 mal gehen, dann zu Hause weitermachen. Das sollte für den Anfang sehr helfen. 

 

Aber wie auch immer. So kam es, dass ich wieder anfing, im Garten meine Übungen zu machen, die ich vor Jahren mal gelernt hatte. Meist Übungen mit Eigengewicht.

Anfangen, ganz langsam – wenn es erstmal nicht mehr soweit her ist mit der Fitness – in kleinen Schritten. Diesmal wollte ich mich nicht übernehmen. Nicht nach zwei Wochen oder zwei Monaten wieder hinwerfen. Ich baute vor dem Walken 1-2 mal in der Woche 20 Minuten Krafttraining ein. 

 

Ganz unaufwendig, zu Hause, ohne irgendwelche Hilfsmittel:

Zehn mal auf den Boden legen und wieder aufstehen.

Zehn Kniebeugen.

Zehn Liegestütz. Erst mit den Knien auf dem Boden, damit es leichter ist und so oft ging. 

Auf dem Rücken liegend versuchen, die Beine gebeugt so weit es geht anzuheben. Zehn mal.

Und im Stehen mit gesteckten Beinen und Arme über den Kopf ausgestreckt so weit nach vorne Beugen, dass  ich möglichst einen 90 Grad Winkel erreiche. Zehn mal.

Das alles drei mal durchgehen und fertig. Zwischen den Durchgängen bin ich eine Etage Treppen hoch und runter gegangen. 

 

So habe ich angefangen. 

Tat weh. 

War echt Mist, ich kann es euch flüstern. Tu ich aber nicht. Ich sage es laut. 

Das tat weh. 

Das war Mist.

Musste sein, hab’s gemacht. Es wurde leichter.

Der Anfang war wirklich schwer.

Es hat mir keinen Spaß gemacht, wie ein hilfloser Käfer zu versuchen, die Beine in die Höhe zu strecken oder unter Ächzen und Stöhnen ein ums andere Mal langsam aufzustehen.

Und nach zwei Tagen war ich nicht dünn, fit, gesund, munter oder sonst irgendwas. 

Die Muckis taten weh. Als Dank für die neue Beachtung. Toll. 

 

Sicher war es hilfreich für mich, dass ich in den Jahren zuvor immer so viel Rad gefahren bin, eine gewisse Grundfitness war wohl doch vorhanden, denn siehe da, es machte mir tatsächlich etwas Spaß nach den ersten Qualen. Ich wurde nämlich besser. Und kleine Erfolge helfen schnell über die Demütigung am Anfang hinweg. Dann kamen neue Übungen hinzu und es wurde etwas vielseitiger. Aber für die ersten Wochen war es das. 

 

3x40 Minuten Walken, 2x 20 Minuten Krafttraining.

Nicht zu viel Zeit für ein gesünderes Leben und mehr Bewegungskomfort finde ich inzwischen.

Zwei Spielfilme weniger oder vier Folgen der OnDemand-Serie pro Woche, oder, wenn man nicht darauf verzichten kann, die Übungen einfach vor dem laufenden Flimmerkasten machen.

Erschien mir zeitlich machbar. War es auch. Ist es bis heute. 

Keine Ausrede mehr.

Also hielt ich es diesmal durch. Länger als zwei Wochen. Länger als zwei Monate.

 

Inzwischen mache ich das seit Februar, also schon seit sechs Monaten. Mein Körper hat an Fitness zugelegt und ich musste, konnte und wollte mein wöchentliches Sportprogramm anpassen.

 

Was ich zur Zeit mache und in welchen Stufen ich das aufgebaut habe, dazu bald mehr.